Symposium 2014

»Offene Räume und unsichtbare Mauern«

14. Symposium 2014 des eu art network in der Cselley Mühle Oslip

Teilnehmer/innen 2013 und 2014 »

Für das Europa der Nachkriegszeit scheint, mit den Ereignissen der Jahre 1989/90, eine Utopie Realität geworden zu sein.
Europa – ein Projekt des Friedens, der Demokratie, der Freiheit und gemeinsamer kultureller Traditionen, wie es so schön heißt.

Teilnehmer/innen Symposium 2014
Teilnehmer/innen Symposium 2014

Doch wie sieht die Realität heute aus? Welchen Gefahren ist der vielgepriesene Friede ausgesetzt und welche Dimension hat der Begriff der Freiheit, wenn die gesellschaftliche Mitte schmaler wird und die Verarmung der Unterschichten wächst? Welche Bedeutung haben die europäischen Werte, die in einem großen historischen Sinn zu verstehen wären? Jene Traditionen des klassischen Humanismus, der europäischen Aufklärung und der daraus ableitbare Anspruch auf menschliche Verhältnisse?

Es scheint weniger um Kunst, Geist und Demokratie zu gehen, sondern vielmehr um Haushaltsdefizite, Schuldenberge, Sparprogramme und hysterisch agierende Finanzmärkte.

Entwicklungen, die Gegensätze in unserer Gesellschaft vergrößern, statt sie verschwinden zu lassen. Es stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, das reale Erscheinungsbild der Europäischen Union im 21. Jahrhundert mit einem Kant‘schen Friedensplan aus dem Jahr 1795 zu vergleichen, wenn eine Gesellschaft ihre wertvollen Eigenschaften wie Menschenwürde und soziale Bindungen verkümmern lässt und soziale Ignoranz und Habsucht kultiviert.

Antworten formulierten die Teilnehmenden des Symposiums 2014 mit den Mitteln des künstlerischen Ausdrucks. Sie formulierten somit auch die Widersprüchlichkeit von Hoffnungen und Realitäten und beide Teile zusammen bieten uns eine kontroverse Betrachtungsweise betreffend das Friedensprojekt Europa.

Wolfgang A. Horwath
[Bildender Künstler und Kurator: Bildende Kunst]

» Reflexion zum 14. Kunstsymposium des eu-art-network