Symposium 2012

»IRRevolution des Gesamten
oder R. Wagner + das Motiv«

12. Symposium 2012 des eu-art-network
in der Cselley Mühle Oslip

Teilnehmer/innen 2012 »
Ablauf Symposium und Eröffnung 2012 hier »

Das Symposium 2012 in der Cselley Mühle Oslip (Österreich) hatte den bevorstehenden 200. Geburtstag des deutschen Komponisten Richard Wagner im Jahr 2013 zum Ausgangspunkt. Wagner wurde 1813 in Leipzig geboren. Im selben Jahr fand in seiner Heimatstadt, die Völkerschlacht gegen Napoleon statt, eines der tragischsten Kriegsszenarien in der Geschichte Europas. Dies hatte, neben den geschichtlichen Konsequenzen, schicksalhafte persönliche Folgen für die Entwicklung R. Wagners. Noch im selben Jahr starb sein Vater und seine Familie verließ das zerstörte, von Krankheit und Hunger gezeichnete Leipzig, und zog nach Dresden.

In seiner Dresdner Zeit ist er begeistert von der revolutionären Bewegung und eng mit deren Vertretern verbunden. Einiger seiner umstrittensten Schriften stammen aus jener Zeit. Ab 1843 setzte sich Wagner intensiv mit der nordischen Sagensammlung Edda und der »Deutschen Mythologie« des Jacob Grimm auseinander und prägte entscheidend die Ikonographie des »nordisch-germanischen« Sagenkreises. Richard Wagner gilt als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert.

Symposium 2012 © Hans Wetzelsdorfer
Musiker bei der Probe unter der Leitung von Gerhard Krammer

Seine Neuerungen in der Harmonik beeinflussten die Entwicklung der Musik bis in die Moderne. Erstaunlicherweise ist ein Einfluss in der Entwicklung der Malerei der Moderne, vor allem in Frankreich zu bemerken. Maler wie Courbet, Fantin-Latour oder Cezanne bis hin zu Dali z.B., standen in dem Kontext eines Wagnerismus, vor allem jene aus dem Bereich des Symbolismus, wenn auch die Moderne sehr rasch einen anderen Weg einschlug und sich neuer Nüchternheit zuwandte. Das Durchbrechen eines klassischen Systems und sein Postulat der emotionalen Ergriffenheit durch die Kunst, brachten Wagner einiges an Verehrung seitens der Künstlerschaft. Aber nicht nur Verehrung auch Ablehnung wird Wagner in seinen Formulierungen über die bildende Kunst im Zusammenhang mit der Idee des Gesamtkunstwerkes zu teil. Wagner hatte kein besonderes Verhältnis zur bildenden Kunst, eigentlich entwickelte diese, erstaunlicher Weise, eine gewisse Affinität zu ihm. Sein Werk, seine Widersprüchlichkeit, die Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext zum Jetzt sowie die Infragestellung von postulierten edlen Motiven hinter einem Kunstwerk oder von Revolutionen, deren Verläufe irrationale Wege einschlagen, waren Impulsgeber für dieses Symposium.

12. Kunstsymposium fand vom 23. August bis 2. September 2012 in der Cselley Mühle im burgenländischen Oslip statt.