20. KÜNSTLERSYMPOSIUM 2020

des eu-art-network findet vom 26. August bis 4. September 2020
in der Cselley Mühle in Oslip statt. 

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Die Initiative für zeitgenössische Kunst eu-art-network (EAN) gestaltet seit 2000 jährlich Symposien mit internationaler Beteiligung von Künstler*innen in den verschiedensten Sparten der zeitgenössischen Kunst.

Bildende Kunst in allen ihren Variationen, Musik, Performance und Literatur sind die Ausdrucksmittel der TeilnehmerInnen, um jenen Themen, die jeweils im Mittelpunkt eines Symposiums stehen, Ausdruck zu verleihen.

Es handelt sich dabei immer um Themen, die Europa bezogen sind und die Menschen in Europa und darüber hinaus berühren.

Titel des diesjährigen Symposiums:

»ich …WIR… & …die anderen…«

oder der Nationalismus als eine
weltumspannende Engstirnigkeit

»Ich bin nicht, was ich bin… « war der Titel des Kunstsymposiums 2019 und beschäftigte die teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen mit der daraus resultierenden Frage: »…was bin ich dann…?«  In dieser Auseinandersetzung stößt man auch unweigerlich auf die weitere Frage: »Wer sind wir eigentlich..?«, wenn offene demokratische Gesellschaftsformen in Frage gestellt werden, wenn Begriffe wie Islamisierung, Umvolkung, Überfremdung und Ausgrenzung sich in unserem täglichen Sprachgebrauch breitmachen und mehr und mehr chauvinistische Phrasen und fremdenfeindliche Sprüche zu vernehmen sind?

Liberale, offene Gesellschaften ziehen ihre Grenzen immer enger und ein Nationalismus als Relikt eines urinstinktiven Gefühls der Stammeszugehörigkeit, dominiert von Leidenschaft und Vorurteilen, breitet sich aus und somit durchziehen nationalistische Strömungen politisches und gesellschaftliches Agieren.

Der Nationalismus ist ein Phänomen der Moderne, der vor allem im 19. Jahrhundert zu nationalistischen Mythenbildungen führte, um die neu geschaffenen Nationen als vermeintliche oder tatsächliche Traditionsgemeinschaften zu definieren. In Europa bekam der Nationalismus Rückenwind durch die Ideen der Französischen Revolution, die in Folge zur Entstehung von Nationalstaaten führte.

Die Begriffe Staat und Nation sind beide aus historischen Entwicklungen entstanden und keine »natürlichen« Voraussetzungen menschlichen Zusammenlebens.

Es waren immer wieder aufkeimende Nationalismen, die in Kriege, Zerstörung, Vernichtung und Vertreibungen mündeten und damit unter anderem den abwechslungsreichen historischen Prozess Europas zeichneten, aber auch Migration, multi-ethnische Gemeinsamkeiten, wirtschaftliche Hochblüten sowie Aufklärung und Humanismus. Das kulturelle Erbe von uns allen ist tief in der Geschichte einer wechselnden Identitätspolitik verwurzelt.

In diesem Zusammenhang ist es interessant der Frage nachzugehen, welche Auswirkungen diese wechselnde Identitätspolitik auf die Menschen hat. Welchen Repressalien und Widrigkeiten ist das Individuum ausgesetzt, wenn staatliche Systeme versuchen, eine Gesellschaft auf irgendwelche politischen, religiösen oder nationalen Normen zu verpflichten? Wie sehr führen derartige Festschreibungen solcher Normen zu ausgrenzenden Weltanschauungen und Handlungsweisen?

Mit freundlicher Unterstützung von: